Letzter Vortrag: „Psychologie der Gerechtigkeit in sozialen und Umweltkonflikten“

Im abschließenden Vortrag unserer Vortragsreihe wird es um einen sehr zentralen Aspekt in der Nachhaltigkeitsdebatte gehen: Die Frage nach der Gerechtigkeit, die sich immer wieder stellt, wenn individuelles gesellschaftliches Handeln kollektiv abgestimmt werden soll.

Unser Referent Dr. Markus Müller betrachtet das Spannungsfeld zwischen intergenerationaler, sozialer, Umwelt-, Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeit aus psychologischer Perspektive:

Die Forschung der letzten Jahre hat zeigen können, dass Wahrnehmungen von Gerechtigkeiten und Ungerechtigkeiten im Kontext von Umweltveränderungen eine bedeutsame Rolle für Erleben und Handeln etwa zum Schutz der Umwelt spielen. Dabei besteht eine große Bandbreite darin, was Menschen als gerecht oder ungerecht erleben. Aufgabe der Psychologie ist es, zu verstehen wie diese Vielfalt an Urteilen zustande kommt, unter welchen Umständen sie umweltschützendes Handeln fördern oder hemmen können und wie von dieser Grundlage Ansätze zur Mediation etwa von Umweltkonflikten abgeleitet werden können. Im Vortrag werden Konzepte der Gerechtigkeitspsychologie und ihre Anwendungen in der umweltpsychologischen Forschung und Praxis vorgestellt.

Dr. Markus Müller hat 2012 an der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt unter anderem zum Thema Gerechtigkeitspsychologie und Verantwortung in sozialen Konflikten habiliert und ist Sprecher des dortigen Graduiertenkollegs „Nachhaltigkeit in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft“.

 

Wann? Dienstag, 03.07.2012 um 18:30 Uhr

Wo? Kinosaal der HU Berlin (Unter den Linden 6, 10117 Berlin)

 

Wie es in Zukunft mit Psych UP! weitergehen könnte, erfahrt ihr beizeiten auf diesem Blog oder über den Newsletter! Schaut mal rein und haltet die Augen offen! Euer Psych UP! Team!

Video vom fünften Vortrag online!

Die Aufnahmen vom fünften Vortrag von Prof. Dr. Martin Beckenkamp stehen nun zur Verfügung! Allen, die beim letzten Mal nicht dabei sein konnten oder gern nochmal alles Revue passieren lassen wollen, wünschen wir viel Spaß! Gerne weiterverbreiten!

Vortrag

Diskussion

Wir freuen uns auf ein spannenden (vorerst) abschließenden Vortrag in der kommenden Woche!

Euer PsychUP-Team!

„Ich allein kann doch nichts ändern – Soziale Dilemmata im Umweltschutz“

Am kommenden Dienstag freuen wir uns auf Prof. Dr. Martin Beckenkamp!

Sein Vortrag widmet sich den psychologischen Herausforderungen von sozialen Dilemmasituationen beim Umgang mit erhaltenswerten und allgemein verfügbaren Gütern, wie beispielsweise einem intakten Ökosystem:

Der Mensch gefährdet Lebensräume und Lebewesen in bedrohlicher Weise. Nahezu jedes Naturkundemuseum klärt uns darüber auf. Trotzdem nimmt die Zerstörung der Umwelt bedrohliche Ausmaße an  − wider aller moralischen Apelle und allen Wissens. 

Liegt das nur an der schlechten Natur des Menschen? Wohl kaum, denn mit der „Tragödie“ oder dem „Drama“ der Gemeingüter wird auf eine besonders schwierige Anreizstruktur hingewiesen, die den Erfolg individualpsychologischer Ansätze ohne Unterstützung durch strukturelle Veränderungen äußerst zweifelhaft erscheinen lässt. 

Die Nutzung und der Verbrauch von Gemeingütern wie saubere Luft oder intakte Ökosysteme stellt ein soziales Dilemma dar: Sobald ein Mitglied der Gesellschaft versucht, unbegrenzt seinen eigenen Nutzen zu maximieren, gerät das Gemeingut in Gefahr und die gemeinschaftliche Wohlfahrt kann zerstört werden. Der Abweichler freut sich über seinen kurzfristigen Zugewinn, doch dieser ist in der Bilanz meist geringer als der Gesamtverlust für die Gemeinschaft.

Nötig sind also interdisziplinäre Lösungskonzepte: ökonomische Veränderungen von Anreizstrukturen, politikwissenschaftlich fundierte Institutionen mit effizienten Kontrollen und Sanktionen, juristisch handhabbare und stabile Gesetze. Diese müssen so gestaltet sein, dass sie von den Adressaten verstanden und unterstützt werden. Häufig liegt es auch an der mangelnden  Internalisierung extern gesetzter Normen und an der Verletzung subjektiver Freiheits- und Gerechtigkeitsgefühle, dass entsprechende Umgestaltungen nicht  in der gewünschten Weise auswirken. 

Hier liegt eine Chance und Herausforderung für die Psychologie: Die Umweltpsychologie sollte daher nicht nur an Einstellungsänderungen zu Umweltthemen ansetzen, sondern auch an Einstellungen zu Institutionen, welche zur  Verbesserung bzw. Abmilderung der Tragödie der Gemeingüter geschaffen wurden. Das institutionelle Design muss Hand in Hand gehen mit psychologischer Akzeptanz und einer Internalisierung von Normen − eine Aufgabe die ich in Anlehnung an die Software-Ergonomie als „institutionelle Ergonomie“  bezeichne.

Martin Beckenkamp hat am Max Planck Instititute for Research on Collective Goods Bonn intensiv zu sozialen Dilemmata im Umweltschutz geforscht. Seinen Vortrag widmet er der, am 12.06.2012 verstorbenen Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom, die mit ihrer Arbeit das Konzept der Kollektiven Gütern maßgeblich geprägt hat.

 

Wann? Dienstag, 19.06.2012 um 18:30 Uhr

Wo? Kinosaal der HU Berlin (Unter den Linden 6, 10117 Berlin)

 

Damit sich niemand verläuft: Nach dem kurzen Ausflug an die FU beim letzten Mal, findet dieser Vortrag wieder im altbekannten Kinosaal der HU Berlin statt! Ihr seht: Keine Ausreden möglich, wir sehen uns am Dienstag!😉

„Video“ vom vierten Vortrag online!

Ha! Den großartigen Vortrag von Roman Dashuber konnten wir zwar nicht mit Video, dafür aber mit Stimme aufzeichnen. Viel Spaß dabei.

Hier gibt es den Einführungsfilm zum Greener-Maifeld-Derby.

Vortrag

Hier die Präsentationsfolien.

Außerdem noch die Links zu Thema 1 und der Green Music Intiative.

Danke Roman, und danke an alle, die sich trotz furchtbarer Lage in die FU gewagt haben!

Bis zum nächsten Mal =)

„Erde, wir müssen reden!“

Die Vortragsreihe macht Station bei den SUSTAIN IT! Hochschultagen der FU!

Die kommende Veranstaltung widmet sich ganz dem Thema Kommunikation, bzw. der Frage wie Nachhaltigkeit kommuniziert werden kann. Es gibt verschiedene Wege über Nachhaltigkeit ins Gespräch zu kommen, wichtige Inhalte zu vermitteln und auf Probleme aufmerksam zu machen. Aber was ist am effektivsten? Wie bringt man Menschen zum Nachdenken? Wie erzielt man Verhaltensänderungen?

Unter anderem am Beispiel der Green Music Initiative, einer Plattform zur Förderung einer klimaverträglichen Musik- und Entertainmentbranche, werden wir diesen Fragen auf den Grund gehen und darüber diskutieren, wie man über Nachhaltigkeit ins Gespräch kommen kann.

Roman Dashuber (Dipl.-Psychologe) wendet sein psychologisches Wissen in seiner praktischen Arbeit bei Thema 1 an. Thema 1 ist ein think-do-tank,aus Berlin welches sich dem Wandel hin zu einer CO2-armen Gesellschaft verschrieben hat. Die Green Music Initiative ist ein Projekt von Thema 1.

! Achtung ! Der nächste Vortrag findet ausnahmsweise im Hörsaal 2 der FU Berlin statt (Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin). Beginn wie immer um 18:30 Uhr am Dienstag, 05.06.2012.